Die Nutzung von Java ist nicht mehr kostenlos - Handeln Sie jetzt!

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Aktualisiert am 05.11.2021.

Oracle hatte 2018 angekündigt, dass für den Support und die Nutzung von Updates und Security-Patches der Oracle Java Standard Edition (Java SE) ein Lizenzabonnement benötigt werde. Das letzte kostenfreie Java Release SE 8u202 wurde im Januar 2019 über das Oracle Technology Network zum Download bereitgestellt.

Damit die Installation von Updates und Patches nicht zu einem Lizenzverstoß führt, benötigen kommerzielle Nutzer seitdem entweder ein kostenpflichtiges Oracle Lizenz-Abonnement oder eine Migration auf eine OpenJDK Alternative.

Nicht wenige Unternehmen sind bis dato aber keinen dieser beiden Wege gegangen und stattdessen auf einem alten, kostenfreien Java-Release geblieben. Doch die Gefahr, ohne aktuelle Security-Patches das Einfalltor für Hacker, Trojaner und andere Bedrohungen aus dem Internet immer weiter zu öffnen, steigt mit jedem nicht eingespielten Critical Patch Update (CPU). Java-Umgebungen und Anwendungen bleiben das Ziel von Cyberattacken.

Es scheint nun so, als ob es für den Kreis der immer (noch) unentschlossenen Oracle Java-Anwender eine neue, kostenfreie Alternative zu geben scheint. Am 13.09.2021 hat Oracle angekündigt, dass Oracle Java ab dem neuesten LTS-Release 17 wieder kostenlos genutzt werden kann.  

Eigens dafür hat Oracle mit den „No Fee Terms and Conditions“ (NFTC) neue Nutzungsbedingungen eingeführt. Nach dem Download von Oracle Java 17 LTS und Annahme der NFTC bekommt der Nutzer kostenfreie Updates bis September 2024. Danach muss er entweder das bekannte, kostenpflichtige Lizenzabonnement erwerben oder auf die nächste LTS-Version migrieren, um weiterhin kostenfreie Updates und Security-Patches zu bekommen.

Inwieweit diese Änderungen in der Oracle Java-Lizenzpolitik dazu beitragen werden bisher unentschlossene Oracle Java Nutzer zum Handeln bzw. Umdenken zu bewegen, bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt hat die seit 2019 stark zugenommene Verbreitung/Zulassung von OpenJDK-Alternativen als Laufzeitumgebung für Applikationen dazu geführt, dass die Migrationsrisiken für die Umstellung auf eine OpenSource Java-Umgebung eines alternativen Anbieters stark gesunken sind.

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der Anbieter AZUL. Ein Blick auf die AZUL-Referenzliste zeigt viele namhafte Unternehmen, die sich für diese Alternative zwischenzeitlich entschieden haben. Wer für die Migration und die Nutzung von OpenJDK nicht auf professionellen (auch deutschsprachigen) Support verzichten will, kann hier eine Lösung zu attraktiven Konditionen bekommen.

Trotz dieser Veränderungen im Markt bleiben die Fragen bei Java-Nutzern und Entscheidern in Unternehmen weitgehend dieselben: 

Wann muss ich für die Nutzung von Java bezahlen?

Bevor Sie als Java Nutzer beginnen ihre zukünftigen Oracle Java-Kosten zu kalkulieren, sollten Sie sich zunächst erkundigen welche Java-Version(en) sich bei Ihnen im Einsatz befinden und sie weiterhin benötigen. Java Lizenzen müssen Sie dann erwerben, wenn Sie Java in der Version 11 – 16 nutzen oder für Java 8 nicht auf Patches und Updates verzichten möchten. Außerdem ist der Kauf von Java Subscription erforderlich, wenn die kommerziellen Java Tools wie MSI Installer, Java Usage Tracker, Flight Recorder oder Mission Control verwendet werden oder deren Einsatz in Zukunft geplant ist.

Welche Kosten werden auf mich zukommen?

Um die Kosten durch den Abschluss eines Lizenzabonnements quantifizieren zu können, müssen dafür zunächst die relevanten Kennziffern im Unternehmen ermittelt werden. Dabei handelt es sich um die Anzahl der Oracle Java-Nutzer am Endgerät (Desktop / Device) sowie der einzelnen Server, auf denen sich Java-Installationen befinden und – sofern vorhanden – im Falle eines Serverausfalls ausgeführt werden sollen/könnten. Außen vorgelassen können dabei die Nutzer und Installationen, für die Applikationsanbieter (z.B. SAP) die benötigten Java-Lizenzen zur Verfügung stellen.

Basierend auf diesen Angaben und der nachfolgenden Tabelle können anschließend die Kosten für das benötigte Lizenzabonnement abgeschätzt werden. Die Preise für ein Oracle Java SE Lizenzabonnement beginnen bei 2,13 € pro Nutzer bzw. 21,30 € pro Prozessor im Monat.

Tabelle 1: Oracle Java SE Lizenzabonnement Preisliste

Anzahl Prozessoren

Monatlicher Preis pro Prozessor

Benutzer/Clients

Monatlicher Preis pro Benutzer/Client

1-99

21,30 €

1-999

2,13 €

100-249

20,26 €

1.000-2.999

1,71 €

250-499

19,20 €

3.000-9.999

1,49 €

500-999

17,06 €

10.000-19.999

1,28 €

1.000-2.999

14,93 €

20.000-49.999

1,07 €

Quelle: Oracle 

Welche Änderungen gibt es bezüglich der Java Support Roadmap?

Der wahrscheinlich gravierendste Punkt in der Oracle Java Support Roadmap war die bereits im September 2017 mit Veröffentlichung von Java 9 eingeführte Unterscheidung zwischen „Long-Term-Support“ (LTS) und „Non“-LTS Releases. Eine Übersicht wie lange für die jeweiligen Versionen ein Support angeboten wird, veranschaulicht die folgende Tabelle.

Tabelle 2: Oracle Java SE Support-Roadmap

Release

Veröffentlicht

Premier Support

Extended Support

Sustaining Support

8 (LTS)**

März 2014

März 2022

Dezember 2030

Unbegrenzt

9 (non‑LTS)

September 2017

März 2018

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

10 (non‑LTS)

März 2018

September 2018

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

11 (LTS)

September 2018

September 2023

September 2026

Unbegrenzt

12 (non‑LTS)

März 2019

September 2019

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

13 (non‑LTS)

September 2019

März 2020

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

14 (non‑LTS)

März 2020

September 2020

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

15 (non‑LTS)

September 2020

März 2021

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

16 (non-LTS)

März 2021

September 2021

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

17 (LTS)

September 2021

September 2026

September 2029

Unbegrenzt

18 (non-LTS)***

März 2022

September 2022

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

19 (non-LTS)***

September 2022

März 2023

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

20 (non-LTS)***

März 2023

September 2023

Nicht verfügbar

Unbegrenzt

21 (LTS)***

September 2023

September 2028

September 2031

Unbegrenzt

Quelle: Oracle Java Support Roadmap
(https://www.oracle.com/technetwork/java/java-se-support-roadmap.html)

Welche alternativen Java Bezugsquellen gibt es?

Hat ein Unternehmen bereits Oracle Java im Einsatz, liegt es nahe im ersten Schritt zu prüfen, ob und wo es gegebenenfalls sinnvoll und machbar ist von Oracle Java SE auf Open JDK umzustellen. 

Insbesondere Java-Entwickler könnten von einer solchen Umstellung doppelt profitieren. Ab Java 11 stehen diesen OpenSource-Nutzern bisher kostenpflichtige Features wie “Flight Recorder” oder “Mission Control” ohne Mehrkosten zur Verfügung und in Zeiten immer kürzerer Entwicklungszyklen bei Applikationen profitieren die Entwickler zusätzlich von den Innovationen der neuesten Java-Releases, die alle 6 Monate veröffentlicht werden.

Neben dem Marktführer Oracle, der mit seinem Oracle JDK einen kommerziellen Support mit Security Patches zur Verfügung stellt, gibt es weitere Anbieter wie beispielsweise IBM, AWS, AZUL, RedHat oder Eclipse, die jeweils ihre eigene „Java-Edition“ bereitstellen. Diese basieren meistens auf Open JDK.

Eine beispielhafte Übersicht der alternativen JDK-Bezugsquellen ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Tabelle 3: Alternative JDK-Bezugsquellen                          

Unternehmen

Link

AWS

https://docs.aws.amazon.com/de_de/corretto/latest/corretto-8-ug/what-is-corretto-8.html

Azul

https://www.azul.com/downloads/zulu/

Eclipse

https://www.eclipse.org/openj9/

IBM

https://developer.ibm.com/javasdk/downloads/

Red Hat

https://developers.redhat.com/products/openjdk/download/

SAP

https://sap.github.io/SapMachine/

Wer insbesondere in seinen Java-Laufzeitumgebungen auf kommerziellen Support hohen Wert legt, um beispielsweise Sicherheitslücken schnell und zuverlässig durch regelmäßige Patches zu schließen, der sollte entweder das gebührenpflichtige Oracle-Lizenzabonnement wählen oder gründlich abwägen, mit welchem Aufwand, Kosten und Risiken eine Migration auf ein solches Wettbewerbsprodukt möglich ist, bei dem ebenfalls Support in Anspruch genommen werden kann.

Ein weiteres, wichtiges Entscheidungskriterium ist die zeitnahe Bereitstellung von Java Security-Patches. Wer hier auf Nummer sicher gehen will entscheidet sich für einen Anbieter wie bspw. AZUL, der mit einem SLA eine Bereitstellung vergleichbar mit dem Oracle Standard garantiert.

Welche Handlungsoptionen stehen mir zur Verfügung?

Aktuell lassen sich im Kern die folgenden vier Handlungsoptionen zusammenfassen:

  1. Bezug eines Lizenzabonnements von Oracle
  2. Upgrade auf Oracle Java Release 17
  3. Entfernen von Java aus allen Anwendungen
  4. Nutzung einer Open Source Alternative für Java

Bezug eines Lizenzabonnements von Oracle

Die einfachste und bequemste Variante für Unternehmen bleibt, die seit 01/2019 geltenden Oracle Java-Lizenzbedingungen zu akzeptieren.

Für Anwenderunternehmen sind somit keine Änderungen in der bestehenden Java-Umgebung erforderlich. Alle Installationen und Anwendungen können weiterlaufen wie bisher. Mit dieser Option stehen den Unternehmen weiterhin regelmäßige Security Patches zur Verfügung, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Außerdem besteht weiterhin der Anspruch auf Oracle Support.

Doch dieser Weg hat aber seinen Preis und deswegen gilt es für jeden Nutzungsbereich gut abzuwägen, inwieweit dieser als angemessen erscheint.

Upgrade auf Oracle Java: Release 17

Will und kann man die Java-Umgebung im Unternehmen auf das neueste Oracle Java Release 17 aktualisieren, dann ist Oracle Java bis September 2024 kostenfrei nutzbar.

Es empfiehlt sich aber vorher eingehend zu prüfen, inwieweit das neueste Java-Release kompatibel ist mit den vorhandenen Anwendungen bzw. von deren Anbietern/Herstellern freigegeben ist bzw. wird. Außerdem sollte die IT-Abteilung im Unternehmen in der Lage sein, alle Java-Installationen spätestens mit Ablauf des kostenfreien Supports nach maximal 3 Jahren auf das neueste Release umzustellen.

Entfernen von Java aus allen Anwendungen

Unternehmen können auch versuchen auf Java in ihren Anwendungen zu verzichten.

Allerdings ist hierbei zu beachten, dass Java in einigen Fällen noch „alternativlos“ ist, wenn es gilt bestimmte Anwendungen zu nutzen. Die Entfernung von Java aus allen Anwendungen erfordert - sofern überhaupt möglich - einen meist hohen Aufwand. Zudem stellt sich die Frage, welche Sicherheitsrisiken eine Alternative mit sich bringt und ob diese unter dem Strich wirklich kostengünstiger ist.

Nutzung einer Open Source Variante

Wie bereits erwähnt, gibt es Alternativen zu Oracle Java SE. Ein wesentlicher Vorteil der Open Source Option liegt darin, dass sich dadurch Lizenzkosten einsparen lassen. Für kommerzielle Java-Anwendungen in Unternehmen empfiehlt sich meist die Wahl einer LTS Open Source Java-Alternative, für die der Anbieter auch einen professionellen, SLA-basierten Support gewährleisten kann.

Wie geht es weiter?

Welche der vorgenannten Optionen die Richtige für das jeweilige Unternehmen ist, muss im Vorfeld eingehend analysiert werden und hängt immer von den individuellen Spezifika, Anforderungen und Möglichkeiten ab.
 

Was kann Logicalis für Sie tun?

Logicalis hat bereits unterschiedliche Unternehmen im Rahmen ihres Lizenzmanagements beraten. Damit sich Unternehmen auf die Änderungen vorbereiten können und gleichzeitig hohe Lizenzkosten zu vermeiden, rät Logicalis folgendes zu tun:

  1. Bestimmen Sie die Anzahl der Java-Nutzer und Server, auf denen Java-basierte Anwendungen ausgeführt werden.
  2. Leiten Sie danach aus den Ergebnissen ab, wo überall Oracle Java zum Einsatz kommt.
  3. Gehen Sie dann nach der 80:20 Methode vor und bestimmen Sie für Ihr Unternehmen die wichtigsten Java-Anwendungen und ob diese eine Java-Lizenz inkl. Support mitbringen oder Sie als Unternehmen dafür verantwortlich sind.

Für die wichtigsten Anwendungen bestimmen Sie die empfohlenen/zugelassenen Java Alternativen (Oracle und OpenJDK), den benötigten Produkttyp (Desktop oder Server) sowie die Anzahl der erforderlichen Abonnements.
Als unabhängiges Systemhaus und Partner der marktführenden Java-Anbieter Oracle und AZUL bietet Logicalis unterschiedliche Lizenz-Management Services an. Zudem ist Logicalis langjähriger Qualified LMS Partner. Aufgrund der langjährigen Partnerschaft mit Flexera bietet Logicalis die Möglichkeit Java-Installationen zu vermessen, um so eine Java-Lizenzbilanz erstellen zu können.

Logicalis unterstützt außerdem Unternehmen dabei die obigen Fragestellungen zu beantworten und berät Java-Anwender bei der Optimierung ihrer Lizenzkosten, der Einhaltung von Compliance-Anforderungen und sowie Absicherung der Systemumgebung vor Cyberangriffen.  

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